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Neulich flattert doch der Katalog des Weltbild - Verlages wieder mal ins Haus. Mal sehen, was die wieder so zu bieten haben. Man findet eigentlich immer irgend etwas bestellenswertes. Sei es nun ein Buch oder eines der vielen “nützlichen” Teile, die sich hier versammeln. Auf Seite 108 springt mich das Bild eines - also wie soll ich sagen - es will mir gar nicht über die Lippen - geschweige denn in die Tastatur - also ich zeig’ Euch jetzt mal das Bild.
Was soll man dazu sagen? Das soll ein Nordic Walker sein! Also, ich weiss ned so recht. Irgendwie hat der eine Gangart, die mir überhaupt nicht gefällt. Die Hände sind schon fast in Ohrhöhe, der nach hinten “gestellte” Stock bricht ihm fast die Schulter, was sich dann auch auf dem gequälten Gesichtsausdruck widerspiegelt.
Ja, also hier soll ein Stockset verkauft werden! Auf die technischen Daten der Stangen will ich hier gar nicht eingehen. Nur so viel sei wieder gegeben: “13 Teile - 1 Preis” Das sagt dann auch schon alles, gell?
Doch zurück zum Bild. Der Fotograf hätte sich einfach eines der vielen angebotenen Nordic Walking Bücher ansehen sollen, dann hätte er auch gewusst, wie man diesen Sport nicht dar”stellen” sollte. Mir ist schon klar, wie sowas läuft. Da hat man den Auftrag, zu jedem Thema ein Bild zu machen. Hauptsache, es schaut so aus, als ob! Bei der Preiskalkulation und dem Zeitdruck, unter dem der Fotograf dabei steht, ist es gar nicht möglich, alles ganz korrekt und folgerichtig darzustellen. Vor allem nicht so was Exotisches, wie Nordic Walking. Dabei hätte der gute Mann (oder die gute Frau) doch nur aus dem Fenster schauen müssen. Höchstwahrscheinlich wäre in kurzer Zeit irgend jemand mit Stöcken vorbei gelaufen. Denn immerhin sollan ja Millionen Deutsche schon diesem Breitensport fröhnen. Und wenn ich dann so im Wald vor mich hin walke, dann sehe ich sie. die Millionen. Ehrlich! Sie laufen an mir vorüber, die kommen mir entgegen, sie kreuzen meinen Weg. Egal wo ich bin. Alte, junge, jung gebliebene, Männer (ab und zu), Frauen (meistens). Und - ganz selten - jemand, der es kann. Viel zu viele scheinen das obige Bild gesehen zu haben. Oder lassen sich von der Aussage leiten, dass Nordic Walking die Sommerversion des Langlaufens sei. Das stimmt zwar, aber es ist halt mal nicht nach den gleichen Regeln wie Langlaufen. Nordic Walking hat seine eigenen Regeln. Und die muss man lernen, will man die Effektivität maximal ausnutzen. Es gibt überall Schulen. Für ein paar Euro pro Stunde, im Durchschnitt ca 50,- € für 10 Stunden, bekommt man von geschulten Instruktoren gezeigt, wie es geht. Es bringt nichts, wenn man/frau nach der ersten Stunde allein in Wald und Flur geht. Da macht man fast alles falsch, was nur möglich ist. Es dauert halt ein paar Stunden bzw. Kilometer, bis die richtige Handführung erlernt ist. Es ist nicht so, dass man nur irgendwelche Stöcke in die Hand nimmt, und dann losgeht. Schade um die Zeit und das Geld! Lasst Euch erklären, wie es geht. Es gibt in jeder grösseren Stadt Veranstaltungen, bei denen gezeigt wird, wie es richtig geht. Am 8. Oktober z.B. im Englischen Garten. Stöcke müssen nicht gleich gekauft werden. Ein guter Instruktor verleiht sie gegen eine geringe Gebühr. So kann es dann auch nicht mehr passieren, dass man in ein AldiLidl - Angebot läuft. Nichts gegen die beiden Läden. Ihr könnt dort alles kaufen, nur nicht die Stöcke! Die Klamotten sind in Ordnung, und die Tasche zum Umschnallen auch. Es muss nicht unbedingt ein breiter Getränkehaltergürtel mit Fach fürs Tempotaschentuch, und diagonaler Flaschenführung, und protziger Werbeaufschrift für € 18 sein! Das gute alte “Schiwimmerl” tuts auch. Hauptsache, eine Flasche mit mindestens 0,75 bis 1,0 Ltr. passt hinein, das Handy, Verbandszeug, Autoschlüssel und ein oder zwei Pflaster.
Lieber das Geld für ein paar Übungsstunden ausgeben, und dafür ein bisschen weniger modisch daherkommen. Dann klappts auch mit dem Nordic Walking.
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